Leitbild der Gemeinde

Rathaus (Vorplatz mit Alt- und Neubau)

Seitenübersicht:
 - Einleitung

 - Geschichtliche Entwicklung

 - Zielsetzung

 - Präambel

 - Übersicht Themenbereiche

 - A. Umwelt, Bauen, Wohnen und Verkehr

 - B. Arbeit und Wirtschaft

 - C. Kultur und Bildung

 - D. Freizeit und Erholung

 - E. Soziales, Kinder, Jugend und Senioren

 - F. Verwaltung und Marketing

 - Schlußbemerkung

 - Download des Leitbildes als PDF

 

Dieses Leitbild wurde vom Gemeinderat unter Beteiligung der Verwaltung, von Bürgerinnen und Bürgern sowie Vertretern verschiedenster Institutionen entwickelt und am 25. Januar 2005 vom Gemeinderat in öffentlicher Sitzung einstimmig beschlossen.


Die ältesten Namensformen der Orte Niederwerrn und Oberwerrn sind Werina, Werna, Werne und Wern.
Die Urkunden unterscheiden noch nicht zwischen Werna superior (Oberwerrn) und Werna interior (Niederwerrn), sie nennen nur ein Werna. Die Zuteilung zu einem der beiden Wernorte ist daher nur selten möglich.

1987 feierte die Gemeinde Niederwerrn ihr 850-jähriges Bestehen. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes Werna war für das Jahr 1137 ermittelt worden. Neuere Forschungen gehen jedoch davon aus, dass die urkundliche Erwähnung im 11. Jahrhundert liegen dürfte.

Auf Grund der jahrhundertelangen Herrschaft der Freiherren von Münster in Niederwerrn befinden sich im Gemeindewappen die Flügel aus dem Herrschaftswappen dieses Geschlechts.

Eine gewaltige Veränderung für den Gemeindeteil Oberwerrn brachte der Bau der Eisenbahnlinie Schweinfurt-Meiningen (1870 bis 1874) sowie der Bau des Militärflugplatzes zwischen Niederwerrn und Geldersheim in den Jahren 1935/36. Die Landwirtschaft prägte beide Gemeindeteile bis ins ausgehende 19. Jahrhundert. Durch die rasch anwachsende Schweinfurter Industrie und die Ansiedlung von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen nach dem zweiten Weltkrieg hatte Niederwerrn einen großen Zuwachs zu verzeichnen.

In den 70er und 80er Jahren wurden die Infrastrukturmaßnahmen stark ausgebaut ohne die finanziellen Möglichkeiten einer Stadtrandgemeinde auch ohne größere Gewerbebetriebe zu überschreiten.
Im Zuge der Gemeindegebietsreform wurde Oberwerrn 1978 in beiderseitigem Einvernehmen der Gemeinderatsgremien in die Gemeinde Niederwerrn eingemeindet. Die Einwohnerzahl liegt derzeit bei ca. 8.500 (Haupt- und Nebenwohnsitz). Im Standort „Conn Barracks“ der US- Militärgemeinde Schweinfurt waren bis zum Einsatz im Irak Anfang 2004 (Februar) rund 4.000 Soldaten untergebracht.

Damit die Gemeinde Niederwerrn auch zukünftig ein lebens- und liebenswertes Gemeinwesen für ihre Bürgerinnen und Bürger bleibt, hat der Gemeinderat beschlossen, ein Leitbild der Gemeinde zu erarbeiten. Im Leitbild sind die grundlegenden in die Zukunft reichenden mittel- und langfristigen Ziele und Vorstellungen für eine umfassende Gemeindeentwicklung festgehalten.


Präambel
Niederwerrn ist als Stadtrandgemeinde von Schweinfurt eine weltoffene Gemeinde
mit einer guten Lebens- und Wohnqualität. Dieses Leitbild orientiert sich an den Werten der Solidarität, Toleranz und großen Integrationsfähigkeit. Dabei kommt unseren
Kirchen und Glaubensgemeinschaften, Vereinen und sonstigen Institutionen eine besondere Bedeutung zu. Ein vielseitiges Vereinsleben mit Angeboten im sportlichen, kulturellen und musikalischen Bereich steht den Bürgerinnen und Bürgern zur
Verfügung.
Durch die Dorferneuerung Oberwerrn und eine Förderung des Ortskerns in Niederwerrn sollen vorhandene gesellschaftliche Strukturen erhalten werden. Die Lebensqualität in unserer Gemeinde zu bewahren und zu verbessern ist ein Schwerpunkt
dieses Zukunftskonzepts. Dass dies gelingt, ist keine Selbstverständlichkeit, sondern setzt die Mitarbeit der hier lebenden und arbeitenden Menschen voraus. Die bisher schon vorhandene große Bereitschaft unserer Bürgerinnen und Bürger zur ehrenamtlichen Tätigkeit soll auf eine noch breitere Basis gestellt werden.
Die Lage an den überregionalen Verkehrsachsen wird Veränderungen für unsere Region mit sich bringen. Wir wollen unsere Gemeinde für den künftigen Wettbewerb auch im Konsens mit den Gemeinden der Allianz Obere Werntalgemeinden rüsten.

Themenbereiche
A. Umwelt, Bauen, Wohnen und Verkehr
B. Arbeit und Wirtschaft

C. Kultur und Bildung
D. Freizeit und Erholung
E. Soziales, Kinder, Jugend und Senioren
F. Verwaltung und Marketing

 

A.

Umwelt, Bauen, Wohnen, Verkehr und Energie

 Die Gemeinde Niederwerrn versteht sich als Bindeglied zwischen dem Oberzentrum Schweinfurt und den Oberen Werntalgemeinden.
Wir streben einen Einklang an zwischen Mensch und Natur.

Dies soll erreicht werden, vor allem durch:

• Erlebbare Ökologie durch Gewässer- und Landschaftspflege
• Verbesserung der Wohnqualität durch Ausbau von Naherholungsanlagen
• Behutsamer Umgang mit Flächen bei der Ausweisung von Baugebieten
• Nachverdichtung und Nutzungsänderungen in den Altortbereichen
• Umsetzung und ständige Fortschreibung des Verkehrsentwicklungskonzepts


Außerdem soll eine Verbesserung der Ortsgestaltung erreicht werden durch:
• Schaffung eines Ortszentrums Niederwerrn
• Neue Marktplatzgestaltung

Unsere Energieziele sind:
• Wir streben eine Energieversorgung für Niederwerrn an, die bis zum Jahr 2030
vollständig durch Erneuerbare Energien abgedeckt wird.
• Wir wollen Strom selbst erzeugen.
• Heizenergie, die nach Dämmen und Lüftungstechnik noch gebraucht wird, wollen
wir aus Kraft-Wärme-Kopplung gewinnen oder durch nachwachsende Rohstoffe
decken.
 

B.Arbeit und Wirtschaft
 Im Rahmen einer aktiven Wirtschaftspolitik ermöglicht die Gemeinde Niederwerrn die Ansiedlung geeigneter Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe, um für die Bürgerinnen und Bürger ein ausreichendes Angebot an qualifizierten Ausbildungs- und Arbeitsplätzen zu schaffen.

Bei der Auswahl der Betriebe legt die Gemeinde besonderen Wert auf ein breit gefächertes Firmen- und Berufsspektrum, den schonenden Umgang mit der Natur und den Erhalt bestehender Nahversorgungsmöglichkeiten.

Die Erhaltung landwirtschaftlicher Betriebe und die Landschaftspflege sind der Gemeinde ein Anliegen.
 

Dies soll erreicht werden, vor allem durch:

1. Förderung bestehender Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe
     • durch niedrige Hebesätze
     • durch Unterstützung bei der Erweiterung
     • durch Unterstützung / Beratung in Behördenangelegenheiten
     • durch Prüfung der Auswirkungen von Neuansiedlungen auf die bestehende Nahversorgung
     • durch eine Kooperation mit den in der Gemeinde ansässigen Firmen
     • durch Unterstützung bei der Selbstvermarktung landwirtschaftlicher Produkte
     • durch Lohnarbeiten der Landwirte für die Gemeinde Niederwerrn


2. Förderung der Neuansiedlung von Betrieben
     • durch Flächenmanagement wie
          o Reaktivierung vorhandener ungenutzter Flächen
          o Erwerb und Verkauf
          o Vermarktung
     • durch Werbung
          o Darstellung nach Außen

     • durch günstiges politisches Klima für Neuansiedlungen
     • durch Initiativen
     • durch Bauleitplanung
     • durch attraktive Infrastruktur
     • durch Nutzung der Möglichkeiten der „Allianz Obere Werntalgemeinden“
 

C.Kultur und Bildung
 Die Kultur soll gefördert werden. Im kulturellen Bereich wird eine Sicherung und ein Ausbau der kulturellen Einrichtungen und Aktivitäten angestrebt.


Das soll erreicht werden, vor allem durch:
     • Museumsnetz, zum Beispiel Kolonialwaren, Schustermaschinen, Insekten
     • Kulturangebot
          o Ausstellungen
          o Bibliothek, multikulturell
          o Vereine

     • Erwachsenenbildung

          o Volkshochschule
          o Öffentliche und private Angebote

     • Unterstützung der Vereine
 

D.Freizeit und Erholung
 Sport und Freizeitaktivitäten sollen möglich sein in einem grünen Band zwischen Oberwerrn und Niederwerrn.

Dies soll erreicht werden, vor allem durch:
     • Erlebbare Ökologie durch Gewässer- und Landschaftspflege
          o grünes Band „Werntal“
          o Spazier- und Radwegenetz
     • „Oasen“ – Treffpunkte
     • Förderung von Aktivitäten
          o Aktivitäten Dritter
     • Unterstützung der Vereine

 

E.Soziales, Kinder, Jugend und Senioren
 Der Mensch ist Mittelpunkt unserer Gemeinde und soll es auch bleiben.


Dies soll erreicht werden, vor allem durch:
     • Schaffung optimaler Rahmenbedingungen und Voraussetzungen
     • Ein familienfreundliches Umfeld durch Erhalt und Ausbau zum Beispiel der Kindergärten und der Schule
     • Eine Verbesserung der Angebote für unsere Jugendlichen
     • Steigerung der Lebensqualität unserer Senioren, damit jung und alt ein lebendiges Miteinander führen können.

F.Verwaltung und Marketing
 Die Gemeinde ist ein moderner Dienstleister in allen kommunalen Angelegenheiten.


Dies soll erreicht werden, vor allem durch:
     • Qualifizierung der Verwaltung und der Mitglieder des Gemeinderates
     • Persönliche Beratung zu bürgerfreundlichen Öffnungszeiten oder individueller Terminvereinbarung
     • Ständige Überprüfung unserer Leistungen an Kundenorientiertheit und Kosten-Nutzenanalyse im administrativen Bereich
     • Umsetzung von konstruktiven Verbesserungsvorschlägen aus der Bevölkerung oder von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
     • Verbesserung des gemeindlichen Marketings
     • Einsatz modernster Informations- und Kommunikationstechnologie zum Nutzen der Bürgerinnen und Bürger
     • Eine enge Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden und Nutzung der Synergieeffekte der Allianz Obere Werntalgemeinden

 


Schlußbemerkung
Das vorliegende Leitbild verstehen wir als Orientierungshilfe auf der Reise in die Zukunft. Die Bürgerinnen und Bürger, der Gemeinderat und die Gemeindeverwaltung, die Gewerbetreibenden, die Vereine und Verbände und alle Gesellschaftsgruppen sollen eine Vorstellung davon erhalten, wie sich unsere Gemeinde in den nächsten zwei Jahrzehnten entwickeln soll und wie sie aussehen wird. Um dies zu erreichen soll eine ständige Überprüfung und Fortschreibung des Leitbildes die jeweiligen Rahmenbedingungen berücksichtigen. Die Umsetzung der Einzelmaßnahmen wird im Rahmen der Möglichkeiten und der Erwartungen und Bedürfnisse unserer Bürgerinnen und Bürger erfolgen.
Unser Leitbild ist das Ergebnis eines über Monate geführten ausführlichen Diskussionsprozesses in verschiedenen Arbeitskreisen des Gemeinderates und der Verwaltung. In einer Veranstaltung für die Öffentlichkeit mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern aller gesellschaftsrelevanten Gruppen konnten weitere Anregungen aufgegriffen und eingebunden werden.


Das Leitbild der Gemeinde Niederwerrn erhalten Sie als PDF-Download hier.

Die Ergänzung aus dem Jahr 2010 bezüglich Energie können Sie hier herunterladen.